Flimmerfrequenz und HE-Grad
CFF als Prognosefaktor bei TIPS-Anlage

Diagnostik der Hepatischen Enzephalopathie

Die Hepatische Enzephalopathie (HE) gilt als die klinische Manifestation eines geringgradigen chronisch zerebralen Ödems. Vom klinischen Aspekt wird die hepatische Enzephalopathie als die Summe aller neurologischen Komplikationen akuter und chronischer Erkrankungen der Leber angesehen. Zentrale Bedeutung für die Auslösung dieser funktionellen Störung des Zentralnervensystems haben toxischen Effekte von Ammoniak und anderen Neurotoxinen.

Auch Benzodiazepine, Hyponatriämien und Zytokine können zu einer Störung der Astrozyten-Hydratation führen, die dem Krankheitsbild zugrunde liegt. Die Beeinträchtigung der Astrozytenfunktion, ausgelöst durch so unterschiedliche Faktoren wie Blutungen, Infektionen, Sedativa, Diuretika oder Elektrolytstörungen ist maßgeblich für die Störung der glioneuronalen Kommunikation und der synaptischen Plastizität verantwortlich. In der Gesamtheit resultieren die Veränderungen in einer Störung oszillatorischer Netzwerke und bedingen eine Vielzahl der HE-Symptome.
Diagnosestellung, Graduierung und Verlaufskontrolle dieser Erkrankung erfolgen in erster Linie an Hand der klinischen Symptome. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die klinische Beurteilung oftmals ungenau ist. Da Patienten mit dieser Erkrankung aber bereits in ihrer Lebensqualität, ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie in ihrer Fahreignung eingeschränkt sind, ist eine objektive Quantifizierung der Schwere der Erkrankung und eine objektive Verlaufsbeurteilung dringend erforderlich. Die objektive Erfassung der Schwere einer HE war jedoch bislang im klinischen Alltag nicht möglich.

Durch Messung der so genannten kritischen Flimmerfrequenz (CFF) kann bereits eine geringgradige Hepatische Enzephalopathie quantifiziert und in ihrem zeitlichen Verlauf verfolgt werden.